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Volksfeste

Das Stünzelfest

Ein ungewöhnliches Zusammentreffen von Mensch und Tier

Die Erde bebt. Unter schwerem Schnaufen bewegt sich der mächtige Körper des ausgewachsenen Rindes in die Runde aufmerksamer, kritischer Blicke. Der Specht starrt mürrisch in die Runde. Die Kaltblutstute wartet geduldig mit ihrem Fohlen im noch taufrischen Rundgras unter Eichen, wo sich an den übrigen rund Dreihundertfünfzig Tagen nur Reinecke Fuchs ein Stelldichein gibt.

Wenn man am zweiten Samstag im Juni ungewöhnlichen Tieren im Wald begegnet, weiß man: Es ist Stünzelfest. Seit 1833 findet an derselben Stelle inmitten des Waldes die Kreistierschau statt, aus der sich das Stünzelfest entwickelt hat.

In aller Frühe bereiten sich am Festtag über 200 Aussteller und Schausteller (2005) auf das große Fest vor, das schon um 7 Uhr mit einem großen Viehauftrieb eingeleitet wird.

Von 8 Uhr bis zum Nachmittag folgt das Richten der roten, schwarzweiß- und rotweißgefleckten Rinder, Pferde, Ziegen und Schafe unterschiedlichster Rassen, bei dem es angesehene Preise zu erringen gilt. Kaninchen und Geflügel werden ausgiebig begutachtet und bewertet. Um 14:30 Uhr beginnt die Vorführung und Prämierung der stolzen Sieger.

Das Stünzelfest ist durch seinen einzigartigen Charakter geprägt. In jedem Jahr kommen viele Tausend Besucher zu dem Fest, das traditionsgemäß immer auf dieselbe Art und Weise begangen wird.

Veranstalter ist der Landwirtschaftliche Kreisverein Wittgenstein. Ein Denkmal oberhalb von Schameder am Abzweig Stünzel weist auf den Verein hin, der im Jahre 1832 gegründet wird und sich seit dieser Zeit um regionale landwirtschaftliche Belange kümmert.



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